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Bitumenemulsionen für den Straßenbau – Schichtenverbund & Oberflächenbehandlung

Bitumenemulsionen sind flüssige Bindemittel aus Bitumen, Wasser und Emulgator. Beim Aufsprühen bricht die Emulsion, das Wasser verdunstet und zurück bleibt ein reiner Bitumen-Haftfilm. Schichtenverbund-Emulsionen werden im Straßenbau auch als Haftkleber bezeichnet. Alle unsere Sorten sind kationisch (positiv geladen und haften dadurch sicher auf silikatischem Gestein) und nach TL BE-StB 15 sowie DIN EN 13808 zertifiziert.

Die Sortenbezeichnung entschlüsselt (Beispiel C60B4-S)

Die Sortenkürzel folgen der DIN EN 13808:

Baustein (Beispiel C60B4-S) Bedeutung
Ckationisch – haftet sicher auf silikatischem Gestein
60Bindemittelgehalt in % (hier 60 %, auch 40 %)
BBitumen (Bindemittelart)
4Brechverhalten (Brechwertklasse nach DIN EN 13808)
-SSchichtenverbund (Haftkleber)
-REPReparatur / Oberflächenbehandlung

Die passende Sorte nach Aufgabe

Produkt (Sorte) Aufgabe Verbrauch Besonderheit
BIGUMA® Emulsion HK-S (C40B5-S)Schichtenverbund / Vorspritzen („Haftkleber")~0,25–0,35 kg/m²dünnflüssig, kalt verspritzbar; Bauklassen BK 1,8–BK 0,3
BIGUMA® Emulsion BE60 (C60B4-S)Schichtenverbund, hohe Klebkraft~0,25–0,35 kg/m²60 % Bindemittel; für stärker belastete Flächen
Bitumenemulsion BE70 (C60B4-REP)Oberflächenbehandlung (ZTV BEA-StB)höher (anspritzen + Edelsplitt)behebt magere Stellen & Netzrisse; kein Schichtenverbund-Kleber

So wird verarbeitet

  1. Untergrund sauber und staubfrei vorbereiten – kationische Emulsionen haften auch auf leicht feuchtem Grund.
  2. Gleichmäßig aufsprühen – manuell mit dem Handspritzgerät oder maschinell mit dem Rampenspritzgerät. Beim Schichtenverbund genügt ein dünner Film; ein zu dicker Auftrag wirkt als Gleitschicht.
  3. Brechen abwarten: Farbumschlag braun → schwarz, das Wasser verdunstet.
  4. Erst danach weiterbauen. Emulsionen sind frostempfindlich und frostfrei zu lagern.

Normen kurz erklärt

  • TL BE-StB 15 – Güteanforderungen an die Emulsion
  • DIN EN 13808 – europäische Klassifizierung (Sortenkürzel)
  • ZTV Asphalt-StB – Regeln für den Schichtenverbund
  • ZTV BEA-StB – Regeln für die Oberflächenbehandlung

Passende Fugenvergussmassen und Gussasphalt finden Sie in den jeweiligen Kategorien.

Häufig gestellte Fragen zu Bitumenemulsion (FAQ)

Die Verarbeitung erfolgt kalt auf sauberer, trockener und tragfähiger Fläche bei Temperaturen über +3 °C. Die Emulsionen sind verarbeitungsfertig und lassen sich mit Rampen- oder Handspritzgeräten gleichmäßig aufsprühen. Nach dem Brechen der Emulsion kann der Asphalt eingebaut werden.
Nein – die Schichtenverbund-Emulsionen (z. B. BIGUMA®-Emulsion HK-S) dürfen laut Hersteller nicht unter Gussasphalt oder Asphaltmastix verwendet werden. Material für Gussasphalt-Arbeiten finden Sie in der Kategorie Gussasphalt.
Im Straßenbau wird die Schichtenverbund-Bitumenemulsion oft als „Haftkleber" bezeichnet – gemeint ist dieselbe kationische Emulsion, die zwei Asphaltschichten kraftschlüssig verbindet (z. B. HK-S oder BE60). Für Oberflächenbehandlungen wird dagegen die BE70 (C60B4-REP) eingesetzt.
Die Bezeichnung folgt der DIN EN 13808: Das führende „C“ steht für eine kationische Emulsion, die Zahl (z. B. 60) für den Bindemittelgehalt in Prozent, „B“ für Bitumen und die folgende Ziffer für das Brechverhalten. Alle unsere Bitumenemulsionen sind kationisch.
Für den Schichtenverbund zwischen den Asphaltschichten werden kationische Bitumenemulsionen wie die C60B4-S (BE60) oder die HK-S eingesetzt. Sie werden vor dem Einbau der neuen Schicht auf den Untergrund vorgespritzt und sorgen für einen dauerhaften, kraftschlüssigen Verbund.
Für einfache, doppelte und doppellagige Oberflächenbehandlungen nach ZTV BEA-StB 09/13 ist die Bitumenemulsion BE70 (C60B4-REP) vorgesehen. Sie bietet ein hohes Splitthaltevermögen und lässt sich maschinell wie manuell verarbeiten.
Alle Sorten entsprechen der TL BE-StB 15 und der DIN EN 13808 und sind als C40B5-S, C60B4-S oder C60B4-REP (BE70) klassifiziert.
Für den Schichtenverbund liegt der Verbrauch je nach Sorte und Unterlage bei ca. 0,25–0,35 kg/m² (Richtwert der BIGUMA®-Emulsion BE60). Entscheidend ist ein dünner, gleichmäßiger Sprühauftrag – ein zu dick aufgetragener Film kann als Gleitschicht zwischen den Asphaltschichten wirken.
Die Emulsion wird gleichmäßig auf den sauberen, trockenen Untergrund aufgesprüht (Vorspritzen). Nach dem Brechen der Emulsion verdunstet das Wasser, das Bitumen bleibt als haftfähiger Film zurück.